"Spezereien" waren ein Ohrenschmaus
Renaissance-Musik in der Ev. Kirche Epe
Gronau-Epe. "Musikalische Spezereien" bot das Duo Alfred Zachertz und Bernd Nagel am Freitagabend in der Ev. Kirche Epe. Und die Stücke aus Renaissance und Frühbarock waren tatsächlich ein Ohrenschmaus. Terpsichore, die Muse der Tanzkunst, hätte ihre Freude gehabt an dem kleinen Konzert.

In der Renaissance lebten Ideale des klassischen Altertums auf. Auch die Musen - jahrhundertelang vergessene Personifikationen der Künste - erlebten ein Comeback . So auch Terpsichore, der beispielweise Praetorius, einer der bekanntesten Musiker aus der Zeit um 1600, eine Sammlung Tanzstücke widmete. Auch in Epe erklang ein Ballett aus dieser Sammlung. Die Musikentwicklung in der Renaissance bedeutete jedoch nicht etwa einen Rückschritt ins Altertum. Die Polyphonie erreichte einen ersten Höhepunkt, wie Zachertz und Nagel deutlich machten.
Der besondere Reiz des Konzerts lag darin, dass Zachertz Renaissance-Instrumente benutzte, die ihr eigenes, unverwechselbares Klangspektrum besitzen. Gemshörner zum Beispiel, oder die Rauschpfeife mit ihrem durchdringenden Ton. Oder das Krumhorn, das einen leicht schnarrenden Laut von sich gibt. Außerdem spielte der vielseitige Instrumentalist Blockflöten aus verschiedenen Hölzern.

Nagel begleitete an Orgel bzw. Spinett. Wobei die beiden nicht immer optimal aufeinander abgestimmt zu sein schienen. Aber diese kleinen Makel fielen im Gesamtcharakter des Konzert nicht ins Gewicht. Dazu warteten die beiden mit zu schönen Kompositionen auf, die vor allem Zachertz ein hohes Maß an Virtuosität abforderten.

Martin Borck
Westfälische Nachrichten Gronau-Epe, 19.09.2005
Originalartikel als PDF

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