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Renaissancewerke voller Strahlkraft
Duo "La Morisque" bezaubert Laubacher Publikum mit leuchtenden Interpretationen
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LAUBACH (tjl). Erlesene und heitere weltliche Werke mit immenser Strahlkraft aus der Renaissance- und Barockzeit, vorgetragen von Alfred Zachertz (Windinstrumente) und David Schlaffke (Orgel), erfreuten die Besucher der Stadtkirche am Freitagabend im Rahmen des Orgelfestivals. Durchdacht, präzise sowie sinnlich leuchtend waren die Interpretationen der hervorragenden Musiker. Überdies entführte das harmonisch musizierende Duo in unerhörte Klangwelten. Den ersten Programmblock bestritt Schlaffke an der Barockorgel und Zachertz an der Sopranrauscherpfeifer, einer Vorläuferin der Oboe. Effektvoll erklang der nasale, durchdringende Ton des historischen Blasinstruments. Ein fröhlicher und puppenhaft zierlicher Charakter wohnte den Stücken inne. Der Organist passte sich in der Klangfarbe dem Instrument seines Partners auf reizvolle Weise an. Ferner wurde das Publikum mit dem Gemshorn als Blasinstrument bekannt gemacht. Seit der Steinzeit existierten Signalinstrumente aus Tierhörnern, aber heute sei das Gemshorn nur noch als Klangfarbe in der Orgel vertreten, erklärte Zachertz dem Publikum. Erstaunlich ausdrucksvoll spielte er dann auf dem Horn, souverän begeleitet von Schlaffke: Neckische Tanzrhythmen und auch volksliedhaft Schlichtes drangen an das Ohr der Zuhörer. Nach der Pause dominierte die Blockflötenfamilie das Konzert. Voller Zauber wurden die englischen Maskentänze und Lieder aus dem 16. Jahrhundert intoniert. Meisterhaft interpretierte darauf Schlaffke eine Canzona in d von Buxtehude für Orgel solo. Eine Sonate von Purcell und eine Suite von Jean Baptiste Loeillet de Gant wurden mit wunderbarer Leichtigkeit wiedergegeben. Die Dichte der Interpretation vermochte das Publikum zu verzaubern. Der Applaus fiel herzlich und angemessen kräftig aus: Beide Musiker verabschiedeten sich mit einer Zugabe.
Gießener
Anzeiger vom 02.07.2007
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